Chronik


Die Beuthmühle - das neue Fischer- und Jugendheim


Historisches
1977 wurde das Gelände der Beuthmühle von der Münchner Flughafengesellschaft gekauft um hier Bauern auszusiedeln, deren landwirtschaftliches Anwesen durch den Bau des Flughafens München 2 aufgelassen wurden. Es kam dann doch anders als es die Planer vorgesehen hatten und die Beuthmühle wurde vom Fischereiverein Neuburg gekauft, nachdem sie abgebrannt war. Das ca. 8000 m² große Areal umfaßte neben dem abgebrannten Wohnhaus, einen Stadel, das Backhaus, eine Kapelle und mehrere Weiher, wie es im Kollektaneenblatt von 1849 und in einer Zusammenfassung des Lehrers Ried aus Sinning beschrieben war.

Die Mühle bei Oberhausen, die an der Hochstraße, die durch die Kreitnerlücke bei Manching am Höfelhof vorbei führte lag, ist wahrscheinlich im Papenheimer Urbar von 1214 gemeint, wonach ein Ritter Elinbert von seinem Herrn, dem Marschall von Papenheim „ze Peit aygen ain hofstat“ neben anderen Gütern in und um Neuburg besitzt. Bild "1.JPG"
Beuthmühle

Als Peutmühle erscheint sie dann im Urbar des Hofkastenamtes Neuburg von 1497 mit Linhart Koch dem Jüngeren als Müller.
Spätere Besitzer laut Urbar sind: Leonhart Kerer, Michael Hiller, Lorenz Lachner.

Grundherr blieb bis 1808 das Hofkastenamt, danach das Rentamt. In einer Karte des Amtes Neuburg vom Jahre 1772 sind sogar zwei Mühlen nebeneinander eingezeichnet, die obere und die untere Beuthmühle.
Im 17. Jahrhundert dient die Beuthmühle als herzogliche Pulvermühle.
1656 kommt ein Balthasar Stegmaier als Besitzer des Hofgütleins und der Pulvermühle in einer Steuerbeschreibung vor.
Seit dem 18.Jahrhundert arbeitet sie wieder als Mahlmühle. Um 1800 gehörte sie dem Martin Grell, der aus Gant kam und später Konkurs machte.
1805 kaufte sie Ignatz Frauenhofer um die riesige Summe von 10 330 Gulden.
Sie bildete damals einen stattlichen Besitz mit 135 Tagwerk, darunter der Straßweiher und der Altweiher an der Donauwörther Straße (je 18 Tagwerk), Winterweiher (2 Tagwerk) und oberer Beutmühlweiher.
Seit 1895 gehörte die Mühle der Firma Schulz, später der Familie von Phillip, denen Sie zuletzt als Schlämmerei zur Aufbereitung von Kieselerde diente.
Heute ist der Eigentümer der Beuthmühle der Fischereiverein Neuburg der das 1979 abgebrannte Wohnhaus neu errichtet. Die neben der Mühle am Waldrand stehende Kapelle St.Josef, die 1819 von Ignatz und Anastasia Frauenhofer laut Inschrift über der Tür erbaut und mit 2 Ölgemälden des St. Wendelin und des St. Anton 1817 ausgestattet wurde, wurde vom jetzigen Besitzer, dem Fischereiverein bereits renoviert, ebenso das Wirtschaftsgebäude.

Die Mühle gehört kirchlich (seit 1600) zur Pfarrei Wagenhofen, politisch gehört sie heute zur Gemeinde Oberhausen.
Der Name Beuthmühle leitet sich vermutlich von Peunt, Baind oder Puit (das ist ein Feld mit dem Rechte des Einzäunens) oder piunta (Garten) oder von binden, ab. So gibt es auch eine Peutmühle bei Wemding und an mehreren anderen Orten. In alten Schriften wurde auch von Peutmühle oder Peuntmühle geschrieben wird.
Fischereilich bzw. fischereirechtlich ist die Beuthmühle auch historisch sehr interessant.
Wie Roland Thiele im Kollektaneenblatt von 1979 beschreibt wurde die Vischwaid an der Ach mit zehneinhalb Tagwerk Wiesen von Herzog Ludwig VII von Bayern - Ingolstadt an den Neuburger Bürger Conz Manhard verliehen.
Die Beschreibung des Fischlehens im Neuburger Kastenamtssaalbuch von 1557 lautet eingangs “Item mer ain Vischlehen, genannt die Ach bei der Peutmühl gelegen....„
1568 wurde dieses Lehengut an Wolf Kürner von Kreut verliehen.
1584 besaß es der Richter von Burgheim, Hans Martin Hiller.
Bis 1610 hatten es hierauf Gastwirte aus Feldkirchen und ab 1610 Georg Habermeier, der es an den fürstlichen Kammerrat Ulrich Morold verkaufte.
Vom diesem kam der Besitz an den pfalz-neuburgischen fürstlichen Kirchenrat.
1676 wurde dann das Fischwasser an die Neuburger Jesuiten verliehen, denen der Besitz 1725 als freies Eigentum überlassen wurde.